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Larvenbau

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Der Larvenbau und wie wir dazu kamen!!

Seit 1988 bauen wir unsere Larven selbst. Während der ersten Jahre hatten wir einen tollen professionellen Larvenbauer, dessen Kreationen uns gefielen. Dabei stimmten Preis und Leistung der gebotenen Arbeit. Leider verunfallte seine Frau bei der Arbeit und er musste dann sein Atelier verkaufen.
Sein Nachfolger konnte uns nicht überzeugen, Preis und Qualität standen in einem miserablen Verhältnis. Wir fanden, schlechter können selbst gebaute Larven nicht sein, nur sind sie einiges billiger.
Zum Glück hatten wir damals einen selbständigen Handwerker in unseren Reihen, der seine Werkstatt zur Verfügung stellte. Erfahrung hatten wir damals alle keine und so waren wir gespannt, was sich da ergeben würde. Unsere eigenen Larven wurden zu einem Erfolg, so dass wir heute noch die Larven selbst bauen. In der Zwischenzeit haben allerdings die kreativen Köpfe und das Atelier gewechselt, aber die Freude an der selbst gebauten Larve bleibt bestehen.

1. Sujetidee und Wahl
Bis zu unserem 25. Jubiläum suchten wir jedes Jahr ein neues Sujet, da wir bis dahin am Cortége teilnahmen. Die Sujetkommission wählte aus den Vorschlägen dann 3 aus, über die abgestimmt wurde. Nun kreieren wir nur noch alle 3 Jahre ein neues Kostüm, dass aber auch aus verschiedenen Vorschlägen ausgewählt wird. Auch jetzt noch sucht eine Kostükommission aus den eingereichten Vorschlägen 3 aus, über die abgestimmt wird.

2. Umsetzung aus der zwei- in die dreidimensionale Ebene
Nach Fotos oder Zeichnungen, wird nun ein Tonmodell entworfen. Dieses Modell wird so ausgearbeitet, dass die Bläser möglichst problemlos spielen können. Posaunen haben dabei nicht die gleichen Probleme wie Trompeten oder Hörner.
Bis 1993 wurde unsere Larve immer nach dem gleiche Schema aufgebaut; das Gesicht, jeweils in 2 Hälften ohne Hinterkopf. Das gab natürlich beim Aufbau von Hüten und Perücken immer wieder Probleme, so dass wir ab der Fasnacht 1994 noch einen "Hinterkopf" konstruierten, den man "an das Gesicht kaschierte". So ergab das jeweils 3 Teile, die unsere Aktiven kaschieren mussten. Seit 1999 wurde der ganze Aufbau noch einmal vereinfacht, indem es wieder 2 einzelne Teile (inkl Hinterkopf) sind, die kaschiert werden müssen.

3. Bearbeitung des Rohlings
Nach dem trocknen in der Form, dass langsam geschieht, werden die Ränder geschnitten und in Form gebracht. Nun sind die einzelnen Lagen natürlich offen und müssen wieder verschlossen werden. Hier hat wieder jeder Larvenbauer seine eigene Methode, um das eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.
Das plazieren der Augen und Mundöffnung, gehört genauso zu diesen Arbeiten, wie das ausstreichen mit Schellack oder anderen Lacken, zum Schutze vor Feuchtigkeit.

4. Anpassen der Larve
Zum Anpassen der Larven, müssen unsere Aktiven wieder im Atelier erscheinen, dazu bringen Sie am besten auch Ihr Blasinstrument mit, damit wir Probleme schon hier ausschalten können.
Als "Güpfi" verwenden wir heute Bauhelme, die viel flexibler im anpassen an die verschiedenen Köpfe sind als früher die kaschierten "Güpfis".
Nach dem anpassen grundiert jeder Aktive seine Larve, nachdem er vorher eventuelle Unsauberkeiten abgeschliffen hat.

5. Bemalung und Aufbauten
Nun bekommt die Larve Ihren Charakter, durch die individuelle Bemalung und die diversen Auf- und Anbauten, wie Hüte und oder Perücken. Bei der Bemalung setzen wir ausser Pinsel und Farbe auch die Airbrush (feinste Spritzpistole) ein, die uns einige Feinheiten erleichtert. Mittlerweile arbeiten wir auch mit der grösseren SATA Minijet, die für grössere Flächen Vorteile hat und in der auch stärker pigmentierte Farben verwendet werden können. Kompliziertere Perücken, lassen wir von darauf spezialisierten Firmen herstellen, die einfachen werden in unserem Atelier bearbeitet

Alle diese Arbeiten werden von unseren Aktiven ausgeführt. Für den Guggenmajor gelten eigentlich die gleichen Schritte, nur wird hier alles ein wenig grösser. Seit dem Jahre 2000 bauen wir aber auch keinen grossen Majorkopf mehr, da dies bei unserer Grösse und der Notwendigkeit eines "spielenden" Majors eher hinderlich ist. Zur Dokumentation des ganzen nun einige aktuelle Bilder.


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Hier das Modell unseres Teufels, als Vorlage diente nur die Phantasie und eine rudimetäre Skizze, da wir keine Bilder fanden, die der Phantasie entsprachen. Dahinter stecken einige Stunden Arbeit, bis das Modell so aussieht wie man will.
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Um nach dem kaschieren, die Larve aus der Form zu bekommen, werden hier kleine Plastikteile eingesetzt. Dabei muss man bedenken, dass man die Teile so einsetzt, dass man über die höchste Stelle des Modells trennt, da sonst Probleme beim entfernen der Larve aus der Gipsform entsehen. Mit diesem "dreidimensionalen" Kopf erhalten wir so immer 2 Formschalen.
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Das eingegipste Modell, dass nach ca 2 Stunden trocknen schon vom Modell entfernt wird.
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Unser Gipsmodell vor dem reinigen mit Stahlwolle. Danach werden auch Fehler (Lufteinschlüsse) noch am feuchten Modell korrigiert.
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Frisch aus der Form und die beiden Hälften schon verbunden. Die Larve trocknet nun so einige Tage.
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Beim einlegen des Larvenpapiers ist sauberes Arbeiten gefragt. Hier entscheidet sich, wie sauber die Larve dem Modell entspricht und ob alle "Falten" des Modells vorhanden sind.
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Ein Rohling, fertig geschliffen und die Uebrgänge wieder sauber zukaschiert.
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Damit die Larven halten und nicht aufweichen ist es sehr wichtig, dass sie innen gut lackiert werden.
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Alles bereit zum anpassen der Larven. Hier mussten wir die Ohren zuerst montieren, da sie zum befestigen anschliessend nicht mehr zugänglich sind.
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Wir sind schon einige Schritte weiter. Die Larven wurden angepasst, grundiert, Aufbauten montiert und die gelbe Grundfarbe aufgetragen. Nun ist der Einsatz der Spritzpistole gefragt, mit der wir einen grossen Teil des Ausdrucks der Larve einbringen.
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Deyfel2.jpg
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Grosszügig habe ich die weiteren Schritte bis zum fertigen Teufel ausgelassen, denn schliesslich zählt am Schluss nur das Resultat, hier ist es.





  Letztes Update 05. 03. 05
   

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